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Es war einmal ein kleines Mädchen, das hatte jedermann lieb, am allerliebsten aber seine Groβmutter. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand, hieβ es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: " Da hast du ein Stückchen Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der kranken Groβmutter hinaus, lauf aber nicht vom Wege ab!" Die Groβmutter wohnte drauβen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Als nun Rotkäppchen in de Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Es wuβte aber nicht, was dass für ein böses Tier war. Er fragte Rotkäppchen, wohin es ginge. " Zur Groβmutter," sagte Rotkäppchen. Der Wolf lieβ sich den Weg sagen, und während Rotkäppchen Blumen pflückte, lief er geradewegs zum Haus der Groβmutter, tat so, als wenn er Rotkäppchen wäre, trat an ihr Bett und verschlang sie. Dann setzte er ihre Haube auf, legte sich in das Bett und zog die Vorhänge zu. Als Rotkäppchen genug Blumen gepflückt hatte, machte es sich auf den Weg zur Groβmutter. Als es in die Stube trat, kam es ihm so seltsam vor. Darauf ging es zu Bett und zog die Vorhänge zurück. Da lag die Groβmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus. Rotkäppchen merkte nicht gleich, dass er der Wolf war. Plötzlich machte dieser einen Satz und verschlang das arme Rotkäppchen. Als der Wolf seinen Hunger gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett und fing an, laut zu schnarchen. Drauβen ging der Jäger vorbei. " Wie die alte Frau schnarcht! Da muss ich doch mal nachgucken, was ihr fehlt." Wer aber lag im Bett und schlief? Der böse Wolf! Erst wollte der Jäger ihn erschieβen. Aber dann fiel ihm ein, er könnte die Groβmutter verschluckt haben. Darum nahm er eine Schere und schnitt dem Wolf den bauch auf. Und wer kam herausgesprungen? Das Rotkäppchen. Danach kam auch noch die Groβmutter lebendig hervor. Rotkäppchen sammelte drauβen grosse Steine. Damit füllten sie dem Wolf den Bauch.
Als dieser aufwachte, wollte er fortspringen, aber die Steine waren so schwer, dass er gleich niedersank und tot umfiel. Der Jäger zog ihm den Pelz ab. Die Groβmutter ass vom Kuchen und trank vom Wein und erholte sich bald wieder. Rotkäppchen aber dachte: "Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Weg ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat." Pictures by Jutta, 10 years old |
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